Eröffnung am Samstag, dem 12.6.2010:
Schüler-Café in der Johann-Amos-Comenius-Hauptschule in Porz-Zündorf
Eine Schule am Wochenende: etwas düster, wie ausgestorben. Doch schon von weitem leuchtet ein rotes Schild im großen Foyer, gemütliches Licht dringt aus dem großen Fenstern, läd ein zum Einkehren. Drinnen ein freundliches Ambiente, helle Wände, Pflanzen, gedeckte Tische und eine große Holztheke mit einem attraktiven Brötchen- und Kuchenangebot. Kaffeeduft zieht durch den Raum und an den Tischen sitzen Jugendliche und Erwachsene im gemütlichen Plausch.
Heute ist Eröffnungs-Feier. Nicht als Wochenendattraktion, sondern um den Schulalltag um eine Begegnungsstätte zu bereichern haben 18 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 und 9 und die Lehrerinnen Frau Hanisch (Biologie und Textil) und Frau Kopf (Mathe und Biologie) eine Schülerfirma gegründet. Unterstützt durch Frau Maurer als Tischlerin von ConAction investierten die Jugendlichen und Lehrerinnen eine Menge Arbeit, Engagement und Freizeit in das Projekt.
Natürlich konnten 18 junge Menschen aus verschiedenen Klassen nicht gleichzeitig an den gleichen Dingen arbeiten. Aber schnell stellten sich drei Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen heraus:
Die Deko-Gruppe übernahm die Raumgestaltung, angefangen bei den Wänden, die farbig gestrichen wurden bis hin zu Tischdecken, Stuhlkissen und Servietten. Hier gab es Unterstützung von Frau Eichel-Selbach, die mit den Schüler/innen die Vorhänge für das Café nähte.
Die Verpflegungs-Gruppe befaßte sich in Kooperation mit dem Bereich Hauswirtschaft, in deren Küchenräumen die Speisen auch vorbereitet werden, mit dem Speisen- und Getränkeangebot, dem Einkauf und der Preiskalkulation.
Die Theken-Gruppe schließlich übernahm den Bau und die Gestaltung des Kernstücks: der Verkaufs- und Warenpräsentationstheke. Hierzu richtete Frau Maurer von ConAction an der Schule eine Art befristete Praxisstation zum Thema Holzverarbeitung ein (mehr zu Praxisstationen hier).
Bevor die Gruppe mit den praktischen Arbeiten beginnen konnte, wurden die wichtigsten Anforderungen an eine Theke definiert:
Die Theke ist die Barriere zwischen Käufer und Verkäufer.
Sie dient zur Präsentation der Waren.
Sie sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Sie muß Platz für Arbeitsgeräte und Waren bieten.
Es war erstaunlich, mit welch konstruktiven Ideen die Schülerinnen und Schüler aufwarteten. Und dann ging es an die praktische Ausführung. Plötzlich nahmen abstrakte Lerninhalte überraschend konkrete Formen an. Begriffe wie "eine Linie als Verbindung von zwei Punkten", der Begriff "Parallele" oder räumliche Dimensionen gehörten zum Handwerkszeug genauso wie Bohrer, Schrauber, Säge oder Schleifmaschine.
Nebie erzählt, dass sie den Namen für das Café ausgesucht hat: Levante. Levante - im Italienischen „Sonnenaufgang“ - steht allegorisch für den „Osten“ und das „Morgenland“ und paßt gut zum freundlichen, südlichen Ambiente des Cafés.
Der Deko-Gruppe ist es mit hellen Farben und liebevollen Details gut gelungen, den vorher düsteren Raum zu einer freundliche Oase zu verwandeln.
Die Verpflegungs-Gruppe besorgt die Einkäufe, belegt Brötchen in der Küche im Hauswirtschaftsbereich und sorgt auch für frisches Geschirr, das - ganz professionell - per Rollwagen transportiert wird. Auch für das Einräumen des Geschirrs in Schränke und Theke sind die Verpflegungs-Leute zuständig.
Je länger wir bleiben, desto voller wird das Café. Mit einem letzten Blick auf die köstlichen Torten in der Auslage verabschieden wir uns.
Wir wünschen "Levante" gutes Gelingen und viele nette Besucher. Vielleicht denkt der eine oder andere einmal an eine kleine Spende: Zum Beispiel kleine Serviertabletts könnten die Jugendlichen noch gut gebrauchen.
Mehr zu Schülerfirmen bei ConAction (hier).
















