Was Schüler wirklich lernen

Kompetenzerwerb in Praxisstationen
– eine kleine Theoriestunde für Pädagogen und Interessenten

Gemeinsam mit Betrieben und Verbänden wurden schon in mehreren Berufsbereichen Übungen entwickelt, die durch ihre Realitätsnähe den Schülerinnen und Schülern über einen festgesetzten Zeitraum ein bestimmtes Berufsbild vermitteln. Die so gewonnenen Erkenntnisse über die Ausbildungsreife können entweder zur direkten Vermittlung in Praktika und Ausbildung führen, oder Grundlage für individuelle Fördermaßnahmen sein.

Dabei sind in Praxisstationen insbesondere solche Tätigkeiten ausgewählt worden, die den Teilnehmenden dieser erweiterten Berufsvorbereitung Lernmöglichkeiten eröffnen. Gemeint ist damit die in der Berufsausbildung allgemein akzeptierte Idee einer handlungsorientierten Ausbildung, die in Übereinstimmung mit Erkenntnissen der lernpsychologischen Forschung nicht dabei stehen bleibt, den Auszubildenden einzelne Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, sondern diese Arbeiten in einen von ihnen selbst als sinnvoll erkannten Kontext einbettet. Deshalb sollen die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Projekte lernen, ihre Arbeit selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Daraus folgt auch, dass die Schülerinnen und Schüler lernen sollen, ihre Stärken und Schwächen realistisch einzuschätzen, um selbst den weiteren Qualifizierungsbedarf erkennen zu können.

In einem statistischen Analyseverfahren wurden zahlreiche Aufgaben und Tätigkeiten aus den verschiedensten Berufsbildern untersucht und nach den Kompetenzbereichen getrennt. Dabei konnten folgende Kompetenzen als bedeutsam für die erfolgreiche Ausbildungsreife identifiziert werden:

Berufliche Basiskompetenzen:

Beispiele für die Kompetenzförderung in Praxisstationen:

 
  • Routine und Tempo

 

Nicht das Klingeln beendet die Praxisstation, sondern das Erreichen des abgesprochenen Arbeitszieles.

 
  • Feinmotorik

 

Handwerkliche Tätigkeiten fördern die Feinmotorik in besonderer Weise.

 
  • Werkzeugeinsatz und –steuerung

 

Es erfolgt eine Sicherheitseinweisung, Werkzeugeinsatz und -steuerung werden von den Schülerinnen und Schülern eigenständig erprobt.

 
  • Sorgfalt

 

Erst wenn die Arbeitsproben eine vorher festgelegte Qualität besitzen, kann mit der Projektarbeit begonnen werden.

 
  • Wahrnehmungsgenauigkeit

 

Arbeitsaufträge werden einmal gemeinsam erläutert, Fehler die sich aus mangelhafter Wahrnehmungsgenauigkeit ergeben, müssen durch erneute Bearbeitung korrigiert werden.

Soziale Kompetenzen:

Beispiele für die Kompetenzförderung in Praxisstationen:

 
  • Kommunikationsfähigkeit

 

Werkzeuge sind bewusst nicht für jeden Teilnehmer separat vorhanden. Dadurch werden Absprachen notwendig. Die Teams präsentieren ihre Arbeitsergebnisse vor der Gruppe.

 
  • Teamfähigkeit

 

Die Arbeiten werden zum Großteil in Teams durchgeführt. Die Praxisstation wird erst beendet, wenn alles aufgeräumt ist, Fehlverhalten schadet der ganzen Gruppe.

 
  • Durchsetzungsfähigkeit

 

Die Teilnehmer trainieren in ihren Teamgesprächen die Fähigkeit, ihre Meinung den anderen Teilnehmern zu erläutern. Das Team lernt, dass nicht immer die lauteste Meinung die Beste ist.

Methodische Kompetenzen:


Beispiele für die Kompetenzförderung in Praxisstationen:

 
  • Motivation, Leistungsbereitschaft

 

Nach den ersten Übungen planen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Projekt. Sie stellen einen Zeitplan auf und wissen, dass sie zum Erreichen des Projektziels bestimmte Zeitrahmen einhalten müssen.

 
  • Konzentration

 

In der Projektphase lernen die Schülerinnen und Schüler, dass die Vermeidung von Fehlern ein wichtiger Faktor in der Ablaufplanung ist.

 
  • Ausdauer

 

Praxisstationen finden im Nachmittagsbereich teilweise bis 17:30 Uhr statt. Durch diese realistische Zeitplanung gewöhnen sich die Schülerinnen und Schüler über den Projektzeitraum an die längeren Arbeitszeiten.

Die aufgeführten Kompetenzbereiche werden bei der Durchführung der Kompetenztests als Grundlage der Untersuchungen benutzt und bieten die Möglichkeit einer Evaluation der Kompetenzförderung durch Praxisstationen.

Obwohl diese Bereiche auch für die schulische Karriere notwendig sind und teilweise sogar benotet werden müssen, gibt es kaum Möglichkeiten, diese Kompetenzen innerhalb des konventionellen Unterrichts in ausreichendem Maß zu trainieren. Praxisstationen bieten sich hier als sinnvolle Ergänzung an.


Berufliche Grundbildung


Durch die Entwicklung von Praxisstationen wird gewährleistet, dass berufsvorbereitende Maßnahmen inhaltlich stärker und auf transparente Weise auf eine Berufsausbildung hinarbeiten.

Auf der Basis der in Ausbildungsrahmenplänen vorgegebenen Fertigkeiten und Kenntnisse, werden Übungen entwickelt, die:

  • profilgebend, also charakteristisch für diese Berufsausbildung sind,

  • Teilmengen eines Ausbildungsberufes darstellen (abgeschlossene Handlung),

  • keine berufsspezifischen Vorkenntnisse erfordern,

  • in ihrem Anforderungsniveau der Zielgruppe angepasst werden können und

  • ein Lernpotenzial zur Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit besitzen.

Um den Schüler/innen die Möglichkeit zu geben, ein Berufsfeld auszuwählen, für dass sie sich geeignet fühlen und interessieren, hat ConAction den PraxisParcour entwickelt.

Kontakt: Peter Franke  //  Mobil: +49 (0)176 - 61 59 72 33  //  peter.franke@conaction-koeln.de

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