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"Warum seid Ihr in der Praxisstation Computer?" So lautete die erste Frage beim Besuch in der Computerwerkstatt. Zwölf Jungs (im letzten Jahr waren auch zahlreiche Mädchen vertreten) verteilten sich spontan vor den zahlreichen Computern, die im Raum aufgebaut waren.

Ein Schüler war sich sicher, in Richtung Computer auf jeden Fall später arbeiten zu wollen. Die anderen wussten es noch nicht genau. Aber ganz richtig hatten alle erkannt, dass etwas intensiveres Wissen über Computer in beinahe jedem Beruf nützlich sein kann. Und dann ging es los:

Hier brummt was! Kaum läuft der PC am Kopfende des großen Arbeitstisches, erfüllt ein unangenehmes Brummen den Raum. Die Quelle ist schnell gefunden, es ist die Festplatte. "Dann nimmt Dir bitte eine neue aus der Kiste dort vorne und baue sie ein", lautet die Anweisung.

 

Sehr professionell klappt der Schüler einen Teil des Computerinnenlebens nach oben und schraubt daran herum. Am Ende hält er die Festplatte in der Hand und schaut nach den "Jumpern", deren Einstellung der Festplatte zeigt, ob sie Chef (Primary) oder Assistent (Slave) im Computersystem ist.

Ganz deutlich ist zu spüren, dass dies bereits ausführlich geübt wurde. "Damit haben wir angefangen", sagt der Leiter der Praxisstation. "Die meisten hatten schon  Routine in der Anwendung, aber das Innenleben von Computern hatte noch niemand gesehen."  Nach sechs Monaten hat das Gewirr von Kabeln, elektronischen Bauteilen und Steckern für die Schüler allen Schrecken verloren. Schon bald läuft der Computer mit neuer Festplatte. Das Brummen ist verschwunden. Ein erster Erfolg.

Hinten rechts am Fenster macht sich Verzweifelung breit: Per Info-Hotline soll Computer-Software freigeschaltet werden. 9 Zahlenkolonnen von je 8 Ziffern müssen über die Telefon-Tastatur eingegeben werden. Das ist schwierig, öde, dauert lange und wenn es am Ende nicht klappt, kommt Frust auf. Der Betreuer schlägt Teamarbeit vor: einer liest vor, einer tippt in die Telefon-Tastatur. Endlich stimmen die Zahlen und zur Belohnung darf ein kleines Grafikprogramm ausprobiert werden, das mit grünen und roten Elementen schon sehr ansprechend aussieht.

Ein neues Problem, ein Bildschirm soll angeschlossen werden. Es dauert, bis das richtige Kabel gefunden ist. Die Stecker der Bildschirmkabel sind besonders empfindlich. Daher kann man sie auch meist mit zwei Schrauben, die im Stecker sind, fixieren. Am Ende leuchtet der Bildschirm auf. Die Software kann installiert werden.

Während die Software aufgespielt wird, stellt der Computer zahlreiche Fragen. Er möchte wissen, was für Bauteile er enthält, damit er die richtigen Treiber laden kann. Als Vorschläge erscheinen ellenlange Serien-Nummern, die niemand versteht. "Wie kann man herausfinden, welche Bauteile im Computer sind?" lautet die Frage an die Schüler und "Wie findet man die richtigen Treiber?" "Man kann die Nummern ins Internet eingeben" wird vorgeschlagen. Doch nach den Erfahrungen mit dem Freischalten von Software erscheint die Eingabe weiterer endloser Ziffernfolgen nicht sehr verlockend.

"Euer Weg ist nicht falsch, aber sehr umständlich und zeitraubend. Wie so oft bei Computern gibt es auch hier einen einfacheren Weg!" Der Betreuer beschreibt den Schülern ein kleines Programm namens Knoppix, das den Computer dazu bringt, in verständlichen Klarnamen sein Innenleben aufzulisten.
Es wird vereinbart, dass der Artikel über den Alltag der Praxisstation Computer dieses Programm erklären soll. Für den Fall, dass die Schüler es vergesen sollten, ein großes Problem, wenn man nicht ständig damit arbeitet. Auch die betreuende Lehrerin ist sehr interessiert und lernt gemeinsam mit den Schülern wie man Knoppix im Internet findet und herunterläd.

http://knopper.net/knoppix/  ist die entsprechende Seite. Dort kann man unter einer langen Liste kostenloser Downloads auswählen, am besten von einem Server, der in der Nähe ist, z.B. ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/knoppix/ Nun ist darauf zu achten, dass man die neueste Version auswählt und dabei auch die deutsche Version erwischt, die auf DE.iso endet. Im Januar 2011 ist dies die aktuellste deutsche Version: KNOPPIX_6.4.3CD-2010-12-20-DE.iso.
Die Datei wird auf eine CD gebrannt und die CD in den Computer eingelegt. Wir sehen eine grafische Oberfläche und müssen eine shell starten, das geht z.B. über ein Icon ganz unten auf der Seite, das aussieht wie ein Monitor. Nun geben wir den Befehl sudo lspci ein und schon erscheint eine Textausgabe mit den Klarnamen des Innenlebens (wie Soundkarte, Internet, Bildschirm etc.). Die dort aufgelisteten Namen gibt man in eine Internet-Suchmaschine ein und kann sich dann die passenden Treiber für die Software-Installation herunterladen.

 

 

Der Computer kennt sein Innenleben und hat die richtigen Treiber installiert und geladen. Was eignet sich besser als Test als ein kleines Spiel?

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