Textilverarbeitung

Wir durften die Praxisstation Textilverarbeitung in der Hauptschule Tiefentalstraße in Köln-Mülheim besuchen. Zusammen mit einer betreuenden Lehrerin führt unsere ConAction-Mitarbeiterin, die selbst Gewandtmeisterin ist, die Jungen und Mädchen in die Grundlagen der Textilverarbeitung ein. Positive Überraschung: Die Praxisstation wurde zu gleichen Teilen von Jungen und Mädchen ausgewählt.

Aus Stoffen alltagstaugliche und schöne Dinge herzustellen ist die Zielsetzung der Praxisstation. Ob das "Schlampermäppchen" mit Zierstichen oben oder das Schmucktäschchen (einen genauen Namen gab es noch nicht), das neben den attraktiven Dekorationsstoffen abgebildet ist, diese Gegenstände sind für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen und machen Sinn. Zugegebenermaßen ist das Einnähen eines Reißverschlusses - in beiden Modellen vorgeschrieben - schon recht anspruchsvoll.

Die Arbeit beginnt mit der Erstellung eines Schnittmusters und der schriftlichen Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte. Hierbei müssen Nahtzugaben und Besonderheiten für den Futterstoff beachtet werden. Dass die Arbeitsschritte schriftlich fixiert werden, dient als Übung für das Berichtsheft, das man in jeder Berufsausbildung führen muss und das Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist.

Der nächste Schritt ist das Übertragen des Schnittes auf den Stoff. Wenn dieser nicht ganz glatt ist, muss er zunächst gebügelt werden.

Die Schränke in der Textilwerkstatt sind wahre Schatzkisten. Kaum eine Garnfarbe, die sich hier nicht findet. So können sich die Jugendlichen passend zu den Stoffen die entsprechenden Garne auswählen. Auch an Stecknadeln und Scheren ist kein Mangel.

Für Fragen und Hilfestellung stehen die beiden Betreuerinnen zur Verfügung. Manchmal sind sie sehr gefordert, sei es beim Zuschnitt oder bei der Bedienung der Nähmaschinen. Die Spulen mit der richtigen Garnart zu füllen und diese dann mittels Schiffchen in den unteren Teil der Nähmaschine zu plazieren, gelingt den Kids nicht immer auf Anhieb. Und ist dann endlich der untere Faden nach oben gezogen, dann wird die Naht schief und es geht von vorne los.

Nachdem die Spule endlich sitzt (Bild links), kann mit dem Einnähen des Reißverschlusses begonnen werden.

Erstaunlich, wie geschickt und selbstverständlich die Jungs mit Nähmaschine und Bügeleisen hantieren. Ob das ihre Väter auch so können?
Aber berühmte männliche Vorbilder gibt es in der Modebranche ja genug. Mehr Informationen zu Praxisstationen gibt es ... (hier). Den Besuch der Praxisstation Textil aus der Tiefentalstrasse auf der Ausstellung "Istanbul Fashion" im Museum für Angewandte Kunst kann man (hier) verfolgen.


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