Der Recycling-Künstler (und vieles mehr) Olaf Berger  war begeistert von der Idee der Praxisstationen und sofort bereit, mit den Malern und Lackierern an der Montessori-Hauptschule Ferdinandstraße ein Kunstprojekt durchzuführen. Selbst hatte er im Mai 2011 in den Räumen der Handwerkskammer zu Köln eine Ausstellung zum Thema Kunst trifft Handwerk II.

Nachdem er die Schülerinnen und Schüler bereits kennengelernt und sich ihres Interesses versichert hatte, stand der Nachmittag des 17. November 2011 unter dem Thema "Kunst aus Müll". Olaf Berger hatte eine Menge Material mitgebracht.

Schon das Interesse, mit dem die Jugendlichen die mitgebrachten Kataloge nach Anregungen durchblätterten (das Foto ist nicht gestellt) war erstaunlich. Ebenso die Vielfalt der Materialien, die von unmodernen (hässlichen) Zinntellern über Schallplatten, Spielzeuge und Weihnachtsdeko bis hin zu Farben, Pinsel, Spartel und Spartelmasse reichten.

Es dauerte nicht lange, bis alle - teils in Gruppen, teils alleine - das Richtige gefunden hatten und sich intensiv an die Arbeit machten. Olaf Berger hatte die Themen formuliert und verschiedene Ansätze angeboten, die im zeitlichen Rahmen des Projekts zu schaffen waren.
Aus Comics (Asterix) eine neue Geschichte zu kreieren und auf alten Schallplatten zu präsentieren, lautete eine Aufgabe. Eine weitere Möglichkeit war, Farben zwischen Schallplatten mit Drehtechnik zu variieren. Ein Objekt aus einer alten Schallplatte mittels Farben und aufzubringenden Materialien zu erstellen war eine andere Herausforderung. Die Neugestaltung eines Zinntellers mit Farben eine weitere. Alle Vorschläge wurden ohne Diskussionen oder Konflikte in Angriff genommen. Lediglich die Kollage mit einem Filmmotiv fand keine Freunde und wurde schließlich von den ConAction-Mitarbeitern übernommen. Dass die Erwachsenen mitmachten, schien die Jugendlichen besonders zu motivieren.

Vom ersten Farbauftrag bis zur Vollendung: Erstens sieht man geradezu, wieviel Spaß es macht, zweitens ist das Ergebnis durchaus beeindruckend.

Entsteht hier eine Weihnachtsparodie - gegen Konsum und süßlichen Glimmer? Aber die Interpretation sollten zunächst die Künstler geben. Jedenfalls ist aus Farbmischtechnik und Collage eine interessante Kombination entstanden.

Dieser gräßliche Zinnteller. Kann das was werden? Die beiden Jungs im Team legen eine beeindruckende Akribie mit dem Pinsel vor. Olaf Berger diskutiert mit den beiden, wie Farbauswahl verfremdend wirken kann. Dadurch motiviert, entscheidet sich ein weiteres Mädel auch für einen Teller!

Fast fertig: Der blaue Hirsch mit den pinkfarbenen Hörnern, pardon dem pinkfarbenem Geweih, kann sich in jeder PopArt-Ausstellung sehen lassen.

Asterix neu gelesen. Das Mädchen-Team geht sehr geplant vor. Von der Auswahl der Zackenschere zum Ausschneiden der einzelnen Episoden bis hin zur Grundierung der alten Platte mit Spachtelmasse und anschließender Kollorierung wirkt die Arbeit der beiden sehr durchdacht.

Und noch ein Teller mit verblüffender Wirkung. Der Vorteil der Teamarbeit wird hier deutlich, denn dem Einzelkämpfer fehlt die akribische Ausführung. Doch zu Korrekturen ist in der nächsten Projekt-Sitzung noch Zeit.

Auch die erwachsenen Betreuer wollen nicht nachstehen: Aus der Fotografie von Clark Gable und Vivian Leigh aus "Vom Winde verweht" entsteht ein Manifest für die Liebe, die gegen den Krieg (moderne Kampfflieger) siegt. Da freuen sich die Engel. Mit Aufmerksamkeit und Interesse verfolgen die Kids die Bemühungen ihrer Betreuer.

Olaf Berger ist überall. Ruhig und ohne Hektik setzt er sich zu den Jungs und diskutiert die Farbgebung, spricht mit den Mädchen über Mischtechniken, berät und schaut zu. Niemand muß etwas tun, man darf etwas gestalten, wenn man möchte. Dieser indirekten Aufforderung kann sich niemand entziehen.
Olaf Berger bietet den Schülerinnen und Schülern an, ihre Kunstwerke auf www.zeigdeinekunst.de vorzustellen. Ein eventueller Erlös würde der Klassenkasse zu gute kommen. Auch auf seiner nächsten Ausstellung können die Kids ihre Werke ausstellen, wenn sie möchten.
Mehr als drei Zeitstunden vergingen wie im Fluge. Sicherlich hätten die Jugendlichen noch konzentriert weitergearbeitet, wenn es nicht geheißen hätte, Aufräumen und Pinsel auswaschen. Mehr vom Recycling-Kunst-Projekt bald an dieser Stelle.

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